Ich erinnere mich nicht mehr genau an diesen Tag. Die Einschulung fand damals immer zu Ostern statt. Wir Erstklässler wurden von den Eltern herausgeputzt; von einer Feier sah man ab. Meine kleine Welt, die sich fast nur am Damm abspielte, wurde auf einen Schlag größer. In einem Klassenraum unterrichtete der Lehrer sechs Jahrgänge. Wir Kinder saßen in Gruppen zusammen, erhielten Aufträge und legten los. Zu meiner Zeit wurde schon in der 1. Woche ein Kurzdiktat geschrieben. Recht- und Schönschreiben waren sehr wichtige Unterrichtsziele. Ich lernte zudem Sütterlin, eine heute nahezu ausgestorbene Schreibweise. Bei Kälte entzündete Lehrer Höpcke den Torfofen. Der Geruch der Speisen aus seinem Henkeltopf verlieh dem Klassenraum eine gemütliche Atmosphäre.
